Schutz vor Polizeigewalt

Die Polizei geht immer wieder gewaltsam gegen Demonstrant*innen vor (Link). Wichtig also, dass man sich zmdst. grob zu helfen weiß.

Sportkleidung zum Schutz vor Verletzungen (Link) kann als unauffälliger (leichter bis moderater) Schutz unter der Kleidung gegen einige Angriffe funktionieren. Besonders wichtig sind hierbei die Beine, gegen die oft mit Schlagstöcken geschlagen wird. Aber auch Fahrradhelme oder noch besser Sturz-/Schutzhelme zum Schutz des Kopfs sind wichtig (Link).

Knieschoner können Verletzungen der Beine minimieren

Kontaktlinsen machen den Kontakt mit Tränengas schlimmer, führen aber vermutlich immerhin nicht zur Erblindung (Link). Auf der anderen Seite sind Schutzbrillen ein kleiner Schutz gegen Gummigeschosse (Link).

Skimasken schützen die Augen vor Gummigeschossen

Tränengasgranaten sollten niemals mit den bloßen Händen angefasst werden (Link), da sie enorm heiß sind. Nur spezielle, Hitze-isolierte Handschuhe, sollten genutzt werden, da sich vor allem synthetisches Material ins Fleisch brennen könnte. Eine andere Möglichkeit ist es, die Container abzudecken und mit Wasser, gemischt mit ein wenig Backpulver, Spülmittel und/oder Pflanzenöl, zu löschen (Link).

Wenn man Reizgas abbekommen hat, sollte man sich tunlichst nicht in die Augen fassen und die Augen von innen nach außen gründlich mit Wasser ausspülen. Kleidung sollte mit Wasser und Seife gereinigt und so schnell wie möglich gewechselt werden. Um direkten Kontakt mit der Haut zu vermeiden, ist lange Kleidung zu bevorzugen (Link). Auf der anderen Seite sind ölbasierte Kosmetika – wie viele Sonnencremes – zu vermeiden (Link) und lieber auf ölfreie Alternativen zu setzen (z. B. mineralische Sonnencremes (Link)), da durch das Öl die Reizmittel länger auf der Haut haften bleiben könnten.

Vor der Demonstrationsteilnahme sollten Mobiltelefone abgesichert und währenddessen maximal im Flugmodus betrieben werden (Link).

Da teilweise Polizisten an den Abreisepunkten lauern (Link), um vorher markierte oder sonst irgendwie „verdächtige“ Leute festzuhalten (Link), empfiehlt es sich, nicht direkt die Hauptabreisepunkte zu nutzen, sondern lieber etwas weiter zu gehen und dafür auch sicher anzukommen.

Insgesamt sollte man sich bewusst sein, dass selbst bei gewaltfreien Demonstrationen die Antwort der Polizei nicht immer friedlich ist (wie man im Beispiel oben von der Demo gegen das geänderte Versammlungsgesetz gesehen hat (Link)).

Sollte es daher dazu kommen, ist es sinnvoll, diese Liste mit Sofortmaßnahmen bei Verletzungen im Hinterkopf und am besten auch ausgedruckt dabei zu haben: https://crimethinc.com/2020/06/08/protocols-for-common-injuries-from-police-weapons-for-street-medics-and-medical-professionals-treating-demonstrators

Wenn ihr verhaftet werdet, versucht ruhig zu bleiben. In Deutschland gibt es derzeit keine Pflicht zur Herausgabe von PINs oder Passwörtern (Link). Insgesamt sollte man so wenig wie möglich mit den Behörden kooperieren (Link), denn das schadet nur einem selbst und anderen!

Natürlich wünscht sich niemand, dass Methoden und Taktiken wie bei den 2019–2020-Protesten in Hongkong auch bei uns nötig werden (Link) und aus Kabelbindern entkommen (Link) wird hoffentlich nicht zum Volkssport. Insofern hoffen wir natürlich, dass ihr die hier aufgeführten Tipps nicht benötigen werdet, aber dass sie euch hilfreich sind, wenn es doch zu Ausschreitungen durch die Polizei kommt.

Weitere Tipps sind immer gerne willkommen. Wir haben uns in diesem Artikel nur den Selbstschutz von Einzelpersonen angeschaut, evtl. folgt aber auch irgendwann noch ein Artikel dazu, was eine Gesamtbewegung tun kann, um ihre Mitglieder zu schützen.

[ssba]

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