Erwerbslosigkeit & Obdachlosigkeit

„Gewerkschaft? Das ist doch nur für Festangestellte!“

Nicht bei uns. Wer sich mit dem Amt herumschlagen muss, hat oft einen anstrengenderen Arbeitgeber als viele Menschen in Anstellung. Sanktionen, willkürliche Maßnahmen, und menschenverachtende Verfahren stehen im Jobcenter auf der Tagesordnung. Auch hier hilft die Gewerkschaft! Wir bieten euch Begleitung und Unterstützung an, und vermitteln euch auch bei Bedarf an Erwerbslosen-Beratungsstellen wie z.B. die KEAs e.V oder erwerbslos nicht wehrlos. Mitglied werden  lohnt sich also auch für Erwerbslose.

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Unser Verständnis von Gewerkschaft geht weiter. Köln befindet sich in einer ausgewachsenen Wohnungskrise, tausende Menschen sind obdachlos. Vor allem prekär Beschäftigte, Erwerbslose und Niedriglöhner*innen sind von Zwangsräumungen und Obdachlosigkeit bedroht.

Darum haben wir gemeinsam mit der Sozialistischen Selbsthilfe Mülheim und dem Verein „Soziales Wohnen e.V.“ die Kampagne Frauen der 1006 ins Leben gerufen. Durch mittlerweile 6 Hausbesetzungen, Verhandlungen mit der Stadt und den Dezernaten kämpfen wir mit großem Erfolg für selbstbestimmten Wohnraum für vor allem ältere Obdachlose Frauen, die in den von der Stadt betriebenen Notunterkünften nicht leben können.

Hier geht’s zum Pressespiegel der Kampagne.

 

News aus der Branche

20 Anzeigen wegen Hausfriedensbruch gegen die Initiative „Erwerbslos nicht Wehrlos“

PM: ca. 35 Erwerbslose und Unterstützer*innen feierten eine „Arme Würstchen Party“ im Jobcenter Köln-Porz

Polizeieinsatz mit 6 Einsatzfahrzeugen im Jobcenter Köln-Porz + Personalienfeststellung von ca. 20 Menschen + nach Beleidigungsbrief + Verleihung der Auszeichnung „Goldener Haufen rassistischer/klassistischer Scheiße“ an die Leitung des Jobcenters Köln-Porz

erwerbslos_nicht_wehrlos@gmx.de | erwerbslos.blackblogs.org | Tel.: +49 163 8303651

Köln, den 07.10.2019 Anlass der Party war ein anonymer Beleidigungs- und Drohbrief, der per Hauspost an die Beratungsstelle Die KEAs e.V. (Kölner Erwerbslose in Aktion) gesendet wurde und mit offiziellem Stempel aus dem Jobcenter versehen war. In diesem Brief werden Beratende der Initiative und Alg II-Bezieher*innen pauschal als “Arme Würstchen“, „ Penner“ , „lächerlicher Haufen Scheiße“ und Asis und K*n*ken“ bezeichnet. Die heutige Party war die Antwort der Initiative erwerbslos nicht wehrlos darauf.

Der Einladung folgten über dreißig Menschen, die eine stimmungsvolle Party mit Musik, Tanz uvm.im Wartebereich des Jobcenters feierten. Auch die Community-AG der Basisgewerkschaft FAU Köln beteiligte sich an dem Spektakel. Schmunzelnde sog. „Kunden „ im Wartebereich, Verteilung von Ballons an Kinder, sichtlich überforderte Mitarbeiter*innen und Sicherheitsdienst und immer wieder die Forderung, die Leitung möge sich her bemühen um ihren hart bzw. „hartz“ verdienten Preis entgegen zu nehmen – den goldenen Haufen rassistischer/ klassistischer Scheiße. Die Preisträgerin ließ eine halbe Stunde auf sich warten, dennoch wurde sie mit einem hartzlichen Applaus begrüßt. Auf den Wunsch der Preisträgerin hin wurde die Preisverleihung vor das Gebäude verlegt. Dort wurden die Gäste bereits von ca. 20 Polizist*innen erwartet.

Trotz kleinerer Störungen seitens der Beamt*innen, wurde der Leitung der anonyme Beleidigungs- und Drohbrief verlesen. Die Jobcenter Leitung nahm den Inhalt desinteressiert auf und beauftragte im Anschluss die Beamten, die Personalien der Demonstrierenden festzustellen – und erstattete Anzeige wegen Hausfriedensbruch. Diese Reaktion bestätigte die Jury in der Entscheidung, dass sie eine wirklich würdige Preisträgerin ist.

Nach einer kurzen Laudatio und der Überreichung des goldenen Haufens rassistischer/ klassistischer Scheiße wollten die Protestierenden das Gelände verlassen. Einigen gelang dies, andere wurden auf dem Parkplatz von der Polizei eingekesselt oder vom öffentlichem Raum zurück auf das Jobcenter Gelände gezerrt. Dieses Vorgehen diente der Feststellung von Personalien, auch wenn dies nicht bei allen gelang.

Hiernach wurde noch auf der Straße bei Snacks und Grillwurst heiter weiter gefeiert und geflyert. Es bleibt dabei – Widerstand lohnt sich! Der Ausgangspunkt der Proteste und des Schreibens vom Jobcenter, war eine besonders böswillig und rassistisch agierende Fallmanagerin – Fr. A.. Diese soll laut mehrerer Betroffener seit Anfang September immerhin nicht mehr in Erscheinung getreten sein (erste Aktion: https://www.die-keas.org/Jobcenter%20Porz%20Begleitung ). Ihr werdet uns nicht los, wir sind viele und werden mehr.“ so die Ansage von Kim O.

Hartz IV abschaffen! Reichtum verteilen! Armut abschaffen!

[ssba]