Chemie

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Die Region um Köln ist Europas größter Ballungsraum für die chemische Industrie. Ist die tarifliche Entlohnung in der Branche auch besser als in anderen, gibt es doch immer Öffnungsklauseln, die einige Beschäftigte schlechter da stehen lassen als andere – zum Beispiel sind Chemiedienstleister oder -Logistiker, Leiharbeiter oder auch befristet Beschäftigte. Viele erfahren mangelnde Unterstützung großer Gewerkschaften wie der IGBCE.

Möchtest du Gewerkschaftsarbeit unterstützen, die nicht mit den Chefs klüngelt, sondern die Sorgen und Probleme des Arbeitnehmers in den Vordergrund stellt? Möchtest du eine Gewerkschaft, die dir Rücken stärkt, egal wie hoffnungslos die Lage aussieht? Dann nimm mit uns Kontakt auf!

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Statement nach der Explosion in Leverkusen Bürrig (27.07.2021)

Heute Morgen kam es, aus bisher unbekannten Gründen, zu einer Explosion mit nachfolgendem Großbrand in einem Tanklager der Sondermüll Verbrennungsanlage in Leverkusen Bürrig. Dabei wurde eine Person getötet und 31 weitere zum Teil schwer verletzt; vier Personen gelten weiterhin als vermisst. (Stand 27.07.2021, 16:00 h) Gewarnt wurde in mehreren Gemeinden vor gefährlichen Rauchgasen. Die Produktionsanlagen im Chempark Leverkusen wurden in Sicherheitsstellung gefahren.

An dieser Stelle soll es keine Einschätzung des konkreten Ereignisses geben. Das kann ich als Mitarbeiter eines anderen Betriebes auch kaum bewerkstelligen, zumal sich Unternehmen nach solchen Unfällen für den Zeitraum der Ermittlungen in einen Mantel des Schweigens hüllen. Hier nur ein kurzer Kommentar zur Arbeitssicherheit in der chemischen Industrie.

Offiziell wird Arbeitssicherheit in der Chemie großgeschrieben. Mit Slogans wie „Wir arbeiten sicher oder gar nicht“ soll für das Befolgen von Sicherheitsanweisungen sensibilisiert werden. Dennoch fällt mir immer wieder auf, dass Schutzmaßnahmen gebeugt werden, um Arbeitsabläufe zu vereinfachen und zu beschleunigen. Teilweise auch im stillschweigenden Einverständnis von Vorgesetzten. Mir sind auch Fälle bekannt, in denen Vorgesetzte klar sicherheitskritische Anweisungen gegeben haben.

Daher mein Aufruf an Angestellte in der chemischen Industrie: Seid euch bewusst, womit ihr arbeitet und verweigert im Zweifel Anweisungen eurer Vorgesetzten, wenn diese der Sicherheit zuwider laufen! Wenn ihr z. B. mit unterschiedlichen Lösungsmittelabfällen zu tun habt, setzt euch damit auseinander was passiert, wenn ihr Stoff X und Stoff Y zusammen in einen Behälter pumpt! Solltet ihr wegen der Nichtbefolgung von sicherheitskritischen Anweisungen Probleme bekommen, nehmt Kontakt mit euren Betriebsrat oder mit einer Gewerkschaft (z. B. der FAU) auf!

Und nicht zuletzt: Auch wenn das Tragen der vorgesehenen persönlichen Schutzausrüstung unangenehm sein kann, ist das nichts gegen die Folgen, sie im falschen Moment nicht getragen zu haben. Es geht zuallererst um euer Leben.

[ssba]